Archiv der Kategorie Lesenswert

Universum


Bild: Heikenwaelder Hugo

“In meiner Karriere habe ich einen fundamentalen wissenschaftlichen Fehler begangen, da ich das Universum als Maschine und nicht als Gedankengebilde angesehen habe.” (Gerhard von Trakl, Atomwissenschaftler, in “Die Kunst des Verschwindens“)

Lesetip: Jenseits des Terrors

Der Untertitel “Was unsere Welt wirklich bedroht” zeigt schon, dass das Autorenteam der Oxford Research Group (ORG) nicht unbedingt der Mainstreammeinung folgt. Sie stellen in Frage, dass der beschworene Internationale Terrorismus die größte Bedrohung für die Weltsicherheit darstellt, und zeigen auf, wie “diese Denkweise uns von anderen, größeren Bedrohungen ablenkt:
- dem Klimawandel
- dem Kampf um Ressourcen
- der Marginalisierung der Weltbevölkerung
- der weltweiten Militarisierung.
Wenn nicht in den nächsten Jahren weltweit koordinierte Maßnahmen ergriffen werden, wird es unausweichlich sein, dass dieser Planet ein höchst unsicherer Ort werden wird.”
Jenseits des Terrors bietet einen kurz gefassten und prägnant zugespitzten alternativen Ausweg für engagierte und betroffene Menschen in allen Bereichen der Gesellschaft.

»Dieser prägnante Text ist radikal im eigentlichen Sinne. Er ist tiefgreifender als die bisherige westliche Debatte über Sicherheit. Sie zeigt, dass die wirkliche Bedrohung für den weltweiten Frieden darin liegt, dass wir bisher die bestehenden Zusammenhänge nicht erkennen.«
Erzbischof Desmond Tutu

Mehr Infos und Bestellung bei Edition Nautilus

Organizer-Spirale

Die »Organizer-Spirale« ist eine Anleitung zum Mächtig-Werden für politische Kampagnen, Initiativen und Projektgruppen.
In den 90er Jahren haben wir - AktivistInnen verschiedener sozialer Bewegungen - dieses Modell für ein zielgerichtetes und erfolgsorientiertes politisches Organisieren entwickelt. Seit 1993 vermitteln wir ihre Elemente, Methoden und Techniken jährlich in einem bis zu 9-tägigen Organizer-Training. Themen sind u.a.: Strategieentwicklung und Maßnahmenplanung, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising, Gruppenaufbau und Selbstmanagment.

Derzeit wird das Training für Einzelpersonen zwar nicht mehr offen ausgeschrieben, kann jedoch von Gruppen oder Initiativen mit individuellem Zuschnitt gebucht werden.

Die Broschüre ist bei der Stiftung Mitarbeit für 6,-€ (zzgl.Vers.) bestellbar, aber auch über den Buchhandel zu beziehen.

Die Inhalte stehen auch online auf der Webseite “bürgergesellschaft.de” kapitelweise zum Lesen und Downloaden bereit.

“Erziehen ist gemein!”

Konservative Kreis heizen derzeit mit einer Angstkampagne die Debatte um den Umgang mit gewalttätigen Jugendlichen an. Mit überwiegend irrationalen Argumenten fordern sie - wieder einmal - die Verschärfung des Jugendstrafrechts, während an anderer Stelle mehr und mehr Projekte der Gewaltprävention und Jugendsozialarbeit dem Rotstift zum Opfer fallen.

Daher aus aktuellem Anlass eine Stimme vom anderen Pol der Meinungsskala: Die “KinderRÄchTsZÄnker (kurz: K.R.Ä.T.Z.Ä.)” setzen sich für die Gleichberechtigung zwischen Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen ein.

Hier der Link zu einem ihrer Grundsatzartikel “Erziehen ist gemein!”

Danke, dass ihr hier wart

Blockade G8
Eines der vielen Resumees nach den G8-Protesten findet sich in der Online-Ausgabe des Freitag. Selbstkritik ist wichtig, aber hier hat mir vor allem gefallen, dass die ungeheuere Leistung gewürdigt wurde, die diese vielfältigen Proteste möglich gemacht haben. Und nicht zu Letzt auch die Hoffnung, dass die dortigen Erfahrungen tausendfach in den Alltag einfließen werden…
Und eine breite Palette von 100 Bildern des ersten Demo-Tages gibt es hier …
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Shambala

Du erkennst, dass es dir absolut zusteht, in diesem Universum zu sein und so zu sein, wie du bist,
und du siehst, dass es in dieser Welt eine bedingungslose Gastfreundschaft für dich gibt.
Du hast geschaut und gesehen,
und du brauchst dich nicht dafür entschuldigen, auf dieser Erde geboren zu sein.

(Chögyam Trungpa)

Das Buch vom meditativen Leben
Der Autor
Chögyam Trungpa, in Tibet geboren, wurde schon in früher Kindheit zum Oberhaupt der Surmang-Klöster in Süd-Tibet bestimmt. Der Dalai Lama sandte als Leiter des ersten westlichen tibetischen Klosters nach England, wo er Psychologie, Religionswissenschaften und Kust studierte. Heute lehrt er in den USA, wo er zahlreiche Meditationszentren sowie die erste buddhistische Universität, das Naropa Institute in Boulder, Colorado, gründete.
Meditationszentren in aller Welt arbeiten inzwischen mit seiner Shambala-Methode der Mediation im Alltag.

‘Das Buch vom meditativen Leben’ gibt einen guten ersten Einblick in die tibetische Shambala-Lehren.
Aus dem Klappentext:
“Nicht vom Rückzug in die Innerlichkeit ist hier die Rede, sondern vom Durchschauen der Selbsttäuschung, mit der wir uns das Leben schwermachen. Nicht Weltflucht ist das Ziel, sondern die Befreiung von allen Illusionen, allen Wunsch- und Zielvorstellungen, die einer unverstellten Sicht der Wirklichkeit im Wege stehen.
Nach den tibetischen Shambala-Lehren ist es der ‘Pfad des Kämpers’, der zu Freiheit und Selbstverwirklichung führt. Ein Shambala-Krieger ist, wer sich unerschrocken, hellwach und voller Geistesgegenwart den Herausforderungen des Lebens stellt - ein jeder an seinem Platz.”

Auch wenn manche Begrifflichkeiten - z.B. Krieger, Kämpfer, Kriegerschaft, zuerst etwas gewöhnungsbedürftig sind, werden sie schnell mit Inhalten gefüllt, die sie den üblichen Bedeutungen entheben. So ist z.B. vom “Krieger der Munterkeit” die Rede, der nie in seiner Disziplin nachlässt und sich an seiner Disziplin freut - “wie ein Schneelöwe”.
Ein lesenswertes Buch, das ich einmal ganz durchgelesen habe und jetzt immer wieder gerne mal zur Hand nehme, um mich an einzelnen Seiten zu erfrischen, zu bereichern und motivational zu stimulieren.
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WE FEED THE WORLD

FILMPLAKAT we feed the world

Ein Dokumentarfilm über die Produktion unserer Nahrungsmittel, die Ungleichheiten zwischen Nord und Süd, mit vielen ‘anschaulichen’ Beispielen.

Sehenswert!

Eine Filmkritik und weitere Infos hier auf den Info-Seiten von GERMANWATCH

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Die heilende Kraft der Gefühle (Hrsg. Daniel Goleman)

Untertitel:
Gespräche mit dem Dalai Lama über Achtsamkeit, Emotion und Gesundheit

Die heilende Kraft der Gefühle

Klappentext:
Erst seit zwei Jahrzehnten beginnen Ärzte, Biologen und Psychologen im Westen, den Einfluß von Gefühlen auf das körperliche und geistige Wohlbefinden zu verstehen. Aber schon seit zwei Jahrtausenden wissen buddhistische Denker um die Heilkräfte des menschlichen Geistes. Wie sind Gehirn, Immunsystem und Gefühle miteinander verbunden? Wie hängen Emotionen und gesteigertes Wohlbefinden zusammen? Hat Ethik eine biologische Grundlage? In einem spannenden Dialog zwischen westlichen Wissenschaftlern verschiedener Fachgebiete und dem Dalai Lama erfahren wir, wie die Erkenntnisse der introspektiven Geisteswissenschaften des Ostens von bahnbrechenden Ergebnissen der experimentellen Naturwissenschaften des Westens bestätigt werden: Der Buddhismus besitzt wirkungsvolle praktische Methoden, die Macht der Emotionen als Heilmittel einzusetzen.

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Die ‘Mind-and-Life’-Konferenzen
Seit Oktober 1987 trifft der Dalai Lama immer wieder ausgewählte Fachleute zu Diskussionen über Verknüpfungen und Schnittstellen der Wissenschaften von Geist und Leben im weitesten Sinne, das heißt sowohl der Biologie, Neurologie und Psychologie als auch der Philosopie und der Geisteswissenschaften - Disziplinen von höchster und unmittelbarer Bedeutung für die Tradition des Buddhismus.
Dieses Buch ist die Dokumentation einer dieser Konferenzen. Im Sommer 1991 trafen sich 10 Fachleute aus Psychologie, Philosophie, Physiologie und Verhaltenstherapie und stellten die wesentlichen Neuentdeckungen ihrer Gebiete dar und diskutierten deren Verknüpfungen mit dem Dalai Lama. Dabei geht es um Fragen wie “Kann der Geist den Körper heilen ? Wie sind Gehirn, Immunsystem und Gefühle miteinander verbunden ? Wie hängen Gefühle und gesteigertes Wohlbefinden zusammen ? Hat Ethik eine biologische Grundlage?, Wie kann uns der Tod helfen, das Wesen unseres Geistes zu verstehen ?

Obwohl das Buch oft spannend ist wie ein Roman kann man die 300 Seiten nicht so einfach “runterlesen”. Es braucht Zeit zum “Kauen” und zum “Verdauen”. Aber wenn man sich die Zeit nimmt, bietet es Menschen, die in psycho-sozialen, pädagogischen oder auch heilenden Berufen tätig sind, einen großen Gewinn.

“Es gibt andere Helden”

Foto Howard Zinn

Neben all den Schreckensmeldungen, die wir täglich in der Zeitung lesen (müssen?!), gibt es zum Glück auch immer wieder kleine Highlights. Das Interview mit Howard Zinn ist ein solches.


HOWARD ZINN, 84, war Werftarbeiter, Streikführer und Air-Force-Pilot, bevor er zum populärsten linken Historiker der USA aufstieg. Er unterrichtete am Spelman College, der heutigen Universität von Atlanta, Georgia, später wurde er Geschichtsprofessor an der Boston University. Berühmt wurde Zinn, der sich auch in der Bürgerrechts- und Antikriegsbewegung engagierte, vor allem durch “A People’s History of the United States”.

Die “Geschichte des amerikanischen Volkes” erzählt die Historie von 1492 bis heute, aber nicht als Geschichte ruhmreicher Eroberer und tugendhafter Präsidenten, sondern aus der Perspektive der einfachen Leute: der Indianer, die sich gegen die Genozide wehrten und brutal ermordet wurden, aus dem Blickwinkel der armen Einwanderer, die in regelmäßigen Wellen in das Land geschwemmt wurden, aus der Sicht der schwarzen Sklaven, der einfachen Arbeiter. Aber es ist nicht nur eine Geschichte der Besiegten. Howard Zinn versucht, den offiziellen Helden wirkliche Helden gegenüberzustellen - etwa die Abolitionisten, die eine Bewegung für die Abschaffung der Sklaverei entfachten, deren Forderungen sich Abraham Lincoln nur mit Widerwillen beugte. (s. taz vom 2.1.07)


Das sehr lesenswertes Interview mit ihm findet sich hier

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